Freiflächen PV-Anlagen

PV-Anlagen dürfen wegen der sehr begrenzten Verfügbarkeit freier Flächen nicht auf beliebigen Freiflächen, insbesondere nicht auf beliebigen landwirtschaftlichen Flächen errichtet werden. Dies gilt, obwohl bei der energetischen Nutzung solcher Flächen - meistens durch Maispflanzungen zur Biogaserzeugung - nur etwa 1% der Sonnenenergie genutzt wird. Dem gegenüber haben PV-Module etwa 18% Wirkungsgrad, so dass auf der gleichen Fläche eine vielfache Menge an Energie erzeugt wird. Im Gegensatz zur fluktuierenden PV-Strom-Erzeugung kann Biogas allerdings für Dunkelflauten gespeichert werden. Würde man aus den erzeugten PV-Strom Erdgas erzeugen (Power-to-Gas), so bliebe immer noch etwa die 7-fache Menge an Energie gegenüber einer Biogaserzeugung übrig.

Freiflächen für PV- Anlagen müssen zuvor planerisch durch die jeweilige Kommune frei geben werden und die Anlagen benötigen im Gegensatz zu Dachflächen-Anlagen eine Baugenehmigung.

Nach § 48 EEG 2017 können PV-Freiflächen-Anlagen nur errichtet werden

Der Hintergrund für Punkt 1 ist vermutlich, dass diese Flächen wegen der Lärmbelästigung für Wohnbebauung weniger geeignet sind und wegen der Belastung mit Straßenstaub keine hochwertige landwirtschaftliche Produktion erlauben. Nach dem Bundesfernstraßengesetz ist weiterhin ein Streifen von 40m Breite rechts und links von Autobahnen frei zu halten - vermutlich um mögliche Verbreiterungen zu ermöglichen .

Generell dürfen Freiflächen-PV-Anlagen zur Zeit nur errichtet werden, wenn das Projekt bei einer der bundesweiten Ausschreibungen einen Zuschlag erhalten hat, wobei nur die Anlagen mit der geringsten beantragten Einspeisevergütung gewählt werden (zur Zeit etwa 5,5Cent/KWh). Hier ist es schwierig einen Zuschlag zu erhalten. Solche niedrigen Preise lassen sich nur mit sehr großen Anlagen auf Flächen von mehreren Hektar erreichen. Abweichend davon können jedoch Anlagen unter einer Leistung von 750KWp (benötigte Fläche etwa 10.000qm=1ha) auch ohne solche Ausschreibungen errichtet werden. Werden allerdings innerhalb von 2Jahren innerhalb eines Radius von 2km mehrere Anlagen errichtet, so werden diese wirtschaftlich zusammengefasst und fallen damit nicht mehr unter die Sonderregelung (§24 EEG2017) .


GrüneFraktionBayern [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

Für Anlagen kleiner 100KWp gibt es für 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung von zur Zeit 6,8Cent/KWh - Stand 1/2020. Für Anlagen größer 100KWp ist die Direktvermarktung verpflichtend. Dies heißt, der Strom muss über einen zwischen geschalteten Direktvermarkter an der Börse verkauft werden. Durch die zusätzlich gezahlte "Marktprämie" wird jedoch die Zahlung pro KWh auf den Wert der Einspeisevergütung angehoben. Der Ertrag kann hier jedoch sogar einige Zehntel Cent pro KWh höher liegen, es sind vom Stromerzeuger aber zusätzliche Pflichten zu erfüllen. Für Anlagen bis 750KWp beträgt der Satz 7,2Cent/KWh.

Freiflächenanlagen sind insbesondere gegenüber intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen im Sinne des Naturschutzes vorteilhaft, da die Flächen nicht bewirtschaftet werden. Lediglich ein zu hoher Bewuchs muss verhindert werden, z.B. durch Beweidung mit Schafen.

Die einzigen Freiflächen-Anlagen in Aachen befinden sich im Gewerbegebiet Avantis (752KWp + 1.259KWp), wo die Flächen nicht für Industrieansiedlungen benötigt wurden. In der Städteregion gibt es noch Anlagen auf Konversationsflächen von der EWV in den Nievelsteiner Sandwerken in Herzogenrath (14.000KWp), den Solarpark in Stolberg nähe Camp Astrid (3.530KWp) (siehe Bild) und an der Berghalde Maria Hauptschacht in Mariadorf (siehe Bild).


Solarpark Stolberg Camp Astrid[© Wienke 1/2020 ]

 


PV-Anlage Mariadorf [© Wienke 1/2020 ]

Die folgende Karte zeigt Flächen >= 10.000qm in Aachen, auf denen sich möglicherweise eine solche 750KWp-Anlage errichten ließe, wobei selbstverständlich der jeweilige Eigentümer dem zustimmen müßte, bzw. seine Fläche für diesen Zweck verpachten müsste. Evtl. ließen sich auch mehrere Flächen zu einer Großanlage von einigen MWp Leistung zusammen fassen.

Nähere Angaben zu den Flächen:

Autobahn Bahnstrecke
Name
Ende A
Ende B
Fläche in ha
Lage von BAB aus

Unter- grund

Bemerkung
Eig-nung
A4 FF1 Grenze NL Vetschauer Weg 2,4 NO Acker Bäume SW 2
A4 FF2 Vetschauer Weg alte Bahnlinie 2,0 NO Acker Bäume SW, über Höckerlinie mit Bäumen 2
A4 FF3 Vetschauer Weg alte Bahnlinie 1,0 SO Acker, Bäume S, über Höckerlinie mit Bäumen 2
A4 FF4 alte Bahnlinie Bocholtzer Str. 0,8 NO Acker tiefer als BAB, Bäume SW 2
A4 FF5 Bocholtzer Str. Laurensberger Str. 4,9 NO Acker tiefer als BAB, Bäume SW, NO 2
A4 FF6 Ochsenstock Vetschauer Berg 5,6 SO Acker leichter Osthang 1
A4 FF7 Laurensberger Str. Niersteiner Weg 1,8 N Acker LSG, tiefer als BAB, Bäume S 2
A4 FF8 Beulardsteiner Feld 2,4 S Wiese, Acker Baumschule, teilweise LSG 2
A4 FF9 Ferberberg Soerser Weg 3,2 N Acker LSG, Südhang, Bäume S 2
A4 FF10 Ferberberg Soerser Weg 2,5 S Wiese, Acker LSG 2
A4 FF11 Buschweg 1,4 N Wiese Südhang 1
A4 FF12 Alt-Haarener Str. Verlautenheidener Str. 4,9 S Acker teilweise LSG, teilweise Baumschule 2
A544 FF13 Autobahnkreuz 6,2 S Acker
1
A44 FF14 Autobahnkreuz 7,9 S, O Acker LSG, Gasleitung 1
A44 FF15 Umspannanlage Kleinheider Weg 2,2 W Acker teils Bäume O, teils tiefer BAB 2
A44 FF16 Kleinheider Weg Verlautenheidener Str. 2,8 W Acker, Wiese Teils Bäume O 1
A44 FF17 Kleinheider Weg Verlautenheidener Str. 3,7 O Acker LSG, nur kurze Modulreihen, Weg kreuzt 1
A44 FF18 Verlautenheidener Str. Heckstr. 2,6 O Wiese LSG 2
A44 FF19 von-Coels-Str. Deltourserb 1,7 O Wiese Hochspannungsleitung, Einzelbäume, L221n Planung 3
A44 FF20 Deltourserb Schilltsgasse 2,3 W Wiese Planung Abfahrt A44 3
A44 FF21 Deltourserb Schilltsgasse 4,4 O Wiese L221n Planung 3
A44 FF22 Schilltsgasse Nordstraße 4,0 NW Wiese Baumreihe, Brander Bach, z.Z. Gasleitungsbau 2
A44 FF23 Schilltsgasse Nordstraße 4,6 SO Wiese Brander Bach 1
A44 FF24 Debeyestr. Gewerbepark Brand 1,2 NW Wiese LSG 2
A44 FF25 Grauenhofer Weg Feldweg 7,1 W Wiese LSG, z.Z. Gasleitungsbau 2
A44 FF26 Grauenhofer Weg Feldweg 4,2 O Wiese LSG 2
A44 FF27 Feldweg Hitfelder Str. 2,1 W Wiese LSG 2
A44 FF28 Feldweg Hitfelder Str. 4,0 O Wiese LSG 2
A44 FF29 Aachener Str. Ritscheider Weg 4,3 O Wiese, Acker LSG 2
A44 FF30 Ritscheider Weg Monschauer Str. 4,8 NW Wiese LSG 2
A44 FF31 Ritscheider Weg Monschauer Str. 4,1 SO Wiese LSG, Einzelbäume 2
A544 FF32 Europaplatz Berliner Ring 6,9 N Wiese, Acker Hüttenbach, S Bäume 2
A544 FF33 Nirmer Weg Haarener Gracht 2,4 NO Wiese, Acker Bäume SO, tiefer als BAB 2
A544 FF34 Nirmer Weg Kahlgrachtstr. 2,1 SW Acker LSG, SO-Hang, tiefer als BAB 2
Bahn AC-D FF35 Bankerfeld Uersfeld 5,8 NO Acker Planung Bebauung, Straße 3
Bahn AC-D FF36 Amstelbach Uersfeld 3,8 SW Acker Planung Straße 3
Bahn AC-D FF37 Seffenter Weg Pariser Ring 3,6 W Wiese sehr stadtnah 3
Bahn AC-K FF38 Friedhof Hüls 1,6 N Wiese stadtnah 1
Bahn AC-K FF39 Gringelstr. 2,3 N Wiese LSG, 2 Baumreihen 2
Bahn AC-B FF40 Eberburgweg 2,7 SO Wiese LSG 2
Bahn AC-B FF41 Entenpfuhl 1.0 SO Wiese LSG 2
Bahn AC-B FF42 Lütticher Str. Hergenrather Weg 2,2 O Wiese Tüljebach, LSG 2
Bahn AC-B FF43 Lütticher Str. Hergenrather Weg 0,9 O Wiese LSG 2
Bahn AC-Montzen FF44 Gemmenicher Weg 3,0 S Wiese, Acker stadtnah 2
Bahn AC-Montzen FF45 Friedrichweg 3,3 S Acker LSG, abfallend NW 2
Bahn AC-Montzen FF46 Gemmenicher Weg 2,5 N Acker LSG 2
Bahn AC-Montzen FF47 Friedrichweg 2,0 S Wiese LSG, abfallend NW 2
Bahn AC-Montzen FF48 Gemmenicher Weg Friedrichweg 2,1 SO Wiese LSG, abfallend NW 2
Bahn AC-Montzen FF49 Geusenweg 4,2 S Wiese LSG 2
Bahn AC-Montzen FF50 Geusenweg 1,5 S Wiese LSG, abfallend N 2
Bahn Nordbahnhof FF51 Hofenbornstr. 1,6 N Wiese S,O Bäume

2
A44

FF52

Monschauer Str. Raerener Str. 1,4 SO Wiese SW Bäume 1
A44 FF53 Monschauer Str. Gut Hebscheid 1,5 NW Wiese, Acker tiefer als BAB 2
Bahn Grüner Weg FF54
Gringelstr.
2,4   Wiese   2
Bahn AC-K FF55 Nirmer Str. Haarweg 1,7   Wiese   1
A4 FF56 Roermonderstr. Hander Weg 1,0   Wiese Südhang 1



Summe 170,6




FF54 Camp Hitfeld 34,4 NO bebaut

Landschaftsschutzgebiete (LSG) sind nicht generell für PV-Anlagen ausgeschlossen, auch nach Sicht des NABU nicht. Insbesondere ist hier eine Habitatbegrenzung durch die Verkehrswege sowieso gegeben.

Laut LANUV (Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz) gibt es in ganz NRW ein Potential von 21.000 ha= 210.000.000qm für Freiflächen-PV.

Anteilig ist in Deutschland die Erzeugung aus Freiflächen-PV bedeutsam:

Anlagengröße in KWp
Aufstellung
< 10,
Dach
15%
10 - 100
vorwiegend Dach
37%
100 - 500
vorwiegend Dach
14%
> 500
Freifläche
34%

 

Agrophotovoltaik

Eine weitere Möglichkeit ist Freiflächen-PV-Anlagen mit der landwirtschaftlicher Produktion zu kombinieren:


Von Jana309 - Eigenes Werk CC BY-SA 4.0

Von Max Trommsdorff - Eigenes Werk CC BY-SA 4.0

Diese Varianten sind jedoch erst in der Erprobung. Zu untersuchen ist:

Näheres hier .

© WW, www.Aachen-hat-Energie.de, 12/2019