Bei der folgende Darstellung wurde auf technische Details bewusst verzichtet, die Entwicklungen werden aber im gesellschaftlichen Zusammenhang dargestellt und es wird auf zukünftige Entwicklungen eingegangen.
Sehr detaillierte Ausführungen findet man beim
Wind entsteht auf der Basis der Sonneneinstrahlung. Diese führt zu unterschiedlicher Erwärmung der Erde. Es ergeben sich Luftdruckunterschiede, die sich dann durch Windströmungen ausgleichen. Die Windstärke hängt weiterhin stark vom Wetter ab, die pro Jahr erzeugte Elektrizitätsmenge kann deshalb um +/- 20 % schwanken. Eine der Anlagen im EuroWindPark erzeugt pro Jahr etwa 3 000 000 kWh. Damit kann man etwa 900 Haushalte versorgen.
Die Windstärke hängt natürlich sehr vom Standort der Windenergieanlage (WEA) ab. Auf Bergrücken und an der Küste bzw. auf See (offshore WEA) weht der Wind stärker. Bei doppelter Windgeschwindigkeit ist die im Wind enthaltene Leistung achtmal so groß. Die richtige Auswahl des Standortes ist deshalb sehr wichtig. Im Allgemeinen nimmt die Windstärke mit der Höhe über dem Erdboden zu. Die innerhalb des Aachener Stadtgebiets durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass es in Aachen mehrere Flächen gibt, die ausreichende bis sehr gute Voraussetzungen für die Errichtung von Windanalgen bieten.
Heute gibt es Anlagen bis 6 MW (Megawatt) installierter Leistung. Damit
könnte man bei starkem Wind 3 000 000 Wasserkocher gleichzeitig
betreiben. 1995 betrug die Maximalleistung noch etwa 500 kW. Die maximale
Turmhöhe ist inzwischen auf über 150 m gewachsen. Als Faustregel gilt: jeder zusätzliche
Meter an Nabenhöhe bringt 0,5 – 1% zusätzlichen Energie-Ertrag. Um die Windstromerzeugung
in Aachen um 50% zu steigern, könnte man entweder fünf weitere Windanlagen errichten, oder aber
die Höhe der vorhandenen Anlagen im EuroWindPark durch die Verwendung höherer Türme von
100 m auf 150-160 m vergrößern. Anders gesagt: um dieselbe Windstrommenge zu gewinnen, kann man
entweder viele niedrige Anlagen, oder aber (bei sonst gleicher Anlagentechnik) wenige hohe Anlagen bauen.
Zur effektiven Nutzung von Ressourcen und zur Minimierung der Beeinträchtigungen von Natur und
Anwohnern sind in aller Regel möglichst große Turmhöhen vorteilhaft.
Bei doppeltem Rotordurchmesser vervierfacht sich außerdem die Leistung
eines Windrads. Allerdings müssen bei größeren Rotoren auch größere
Abstände zwischen den Windanlagen und zur Wohnbebauung eingehalten werden, so dass aus einer
vorgegebenen Fläche mit leistungsstärkeren Windanlagen (größere Rotoren) nicht
unbedingt mehr Windstrom geerntet werden kann. Ob ein „Repowering“ sich energetisch lohnt,
hängt vom Einzelfall ab, insbesondere vom Zuschnitt der Windparkfläche und von der Art der
vorhandenen Windanlagen. Beispiel: würde man die 80-kW-Windanlage am Schlangenweg durch eine moderne
3-MW-Anlage ersetzen, so ließe sich auf diesem Einzelstandort die fünfzigfache Strommenge
gewinnen. Wollte man dagegen den EuroWindPark am Vetschauer Berg mit Großanlagen von 6 MW repowern,
so würde sich die Stromernte sogar verringern, da auf der vorhandenen Fläche nur 1 – 2
dieser Großanlagen errichtet werden können.
Im EuroWindPark sind 4 der 9 Anlagen 1,8 MW Anlagen vom Typ ENERCON E-66 1.8 mit einer Nabenhöhe von 65 m und einem
Rotordurchmesser von 70 m, die anderen haben 1,5 MW Leistung.
Die meisten in Deutschland aufgestellten Windanlagen stammen aus deutscher Fertigung. Die Einzelteile (Turmteile, Maschinenhaus, Rotorblätter) werden dann mit Spezialtransportern zum Aufstellort gebracht und mit Hilfe eines großen Krans aufgebaut und zusammengesetzt. Dies dauert nur wenige Tage.

© Agentur
für Erneuerbare Energien
Die Anlagen bestehen aus Fundament, Turm, Maschinenhaus, Rotor, Generator sowie Regelungs- und
Schaltelektronik. Bei vielen Anlagen befindet sich zwischen Rotor und Generator ein Getriebe zur
Drehzahlerhöhung. Die Windanlagen in Aachen sind allerdings überwiegend getriebelos, der
große Ringgenerator dreht mit der gleichen Drehzahl wie der Rotor. Die getriebelosen Anlagen sind
am wulstigen Maschinenhaus leicht zu erkennen. Bei tragfähigem Untergrund reicht eine
Flachgründung aus. Das Fundament der meisten Anlagen am Vetschauer Berg ist eine flache Scheibe von
ca. 2 m Tiefe und 12 m Durchmesser. Der Turm der Anlagen wird meistens als Rohrturm aus Stahl oder Beton
ausgeführt, kann aber auch
ein Gitterrohrmast sein (siehe Anlage an der AB-Raststätte Aachener Land). Die Flügel des Rotors
haben ein Profil wie Flugzeugflügel und sind meistens aus GfK (glasfaserverstärkter Kunststoff)
hergestellt. Sie werden durch Drehen am Ansatz (Blattwinkelverstellung) an die verschiedenen Windstärken
angepasst. Je größer der Rotor ist, desto langsamer muss er bei gegebener Windgeschwindigkeit
drehen, um den optimalen Wirkungsgrad zu erzielen. Die kleine Windanlage am Schlangenweg dreht mehr als
doppelt so schnell wie die Anlagen am Vetschauer Berg. Windräder drehen sich, je nach Typ, ab einer
Windgeschwindigkeit von 2-5 m/s (Windstärke 2-3), bei Sturm ab Windstärke 10-11 werden sie aus
Sicherheitsgründen abgestellt. Dies geschieht bei größeren Windanlagen, indem die
einzelnen Blätter des Rotors so gedreht werden, dass sie kaum noch Luftwiderstand bieten
(„Fahnenstellung“). Der Generator erzeugt eine Spannung von mehreren Hundert Volt, die dann
in der Regel durch einen Trafo im Kopf oder am Fuß der Anlage auf 10 bis 110 kV transformiert
wird.
Da die Anlagen meistens nicht direkt in Gebieten größeren
Energieverbrauchs liegen, muss normalerweise ein Kabel zur Netzeinbindung bis
zum nächsten Umspannwerk des örtlichen Netzbetreibers gebaut
werden. Der Eurowindpark ist an das Umspannwerk in der Schurzelter Straße
(an der Bahnunterführung) angebunden. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, den
Strom abzunehmen. Die Vergütungssätze werden nach dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
geregelt. Sie betragen im Eurowindpark derzeit ca. 9 Ct/kWh. Soweit durch diese Stromvergütung
Zusatzkosten entstehen, werden diese bundesweit auf alle Stromverbraucher umgelegt. Auf ihren
Stromabrechnungen geben die Stromversorger gern angebliche EEG-Zusatzkosten an, für 2008 z. B.
1,28 Ct/kWh. Das heißt, für einen durchschnittlichen Haushalt fielen dadurch etwa 3,73€
pro Monat an. Tatsächlich aber senkt die Windstromeinspeisung den Strompreis durch den sogenannten
Merit-Order-Effekt. Allein die STAWAG spart dadurch beim Stromeinkauf etwa fünf Millionen Euro
pro Jahr. Ob und in welcher Höhe diese Einsparung an die Stromkunden weitergegeben wird, ist aus
den Verbrauchsabrechnungen nicht zu entnehmen.
Manche Netzbetreiber behindern die Netzeinbindung
von WEAs, da es für sie lukrativer ist, den selbst erzeugten Strom zu
verkaufen.
Die heutigen Anlagen sind in der Regel sehr zuverlässig, so dass in den ersten Jahren mit einer 98%igen technischen Verfügbarkeit gerechnet werden kann; die Anlagen stehen also nur etwa zwei Prozent der Zeit aufgrund technischer Probleme still. Bei Störungen wird automatisch der Wartungsdienst informiert. Die Anlagen sind normalerweise auf eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegt, wobei aber im zweiten Jahrzehnt mit erheblichen Ausgaben für Reparaturen gerechnet werden muss. Hierfür haben die Betreiber Rückstellungen zu bilden, ebenso wie für den vollständigen Rückbau der Anlagen nach Einstellung des Betriebs.
Windanlagen auf See haben den Vorteil, dass der Wind dort stärker und öfter weht, die Energieausbeute kann um bis zu 40 % höher liegen als an Land. Allerdings ist der technische Aufwand, nicht nur für die Fundamente, erheblich größer und derzeit nur annähernd abzuschätzen. Bisher wurden vor allem in Dänemark und Großbritannien vorwiegend Anlagen im Bereich kleiner Wassertiefe unter 10 m errichtet. Um aus dem ökologisch empfindlichen Wattenmeer herauszukommen, sind in Deutschland viele Anlagen in 20 - 40 m Wassertiefe geplant. Die Anlagen werden weit in der Nordsee stehen (Karte) und von Land aus kaum zu sehen sein. Es sind aufwändige Genehmigungsverfahren erforderlich, der Einfluss der Anlagen auf die Meerestiere und die Vogelwelt ist ebenso zu untersuchen wie die Auswirkung auf bereits vorhandene Nutzungen (Schifffahrt, Kiesabbau, Übungsbetrieb der Bundeswehr u. a.). Aufbau und Wartung sind schwierig, für den Netzanschluss sind Unterwasserkabel zu verlegen. Diese Aufwand lohnt nur für größere Windparks, nicht für Einzelanlagen. In diese Mammutprojekte investieren hauptsächlich die klassischen Großunternehmen der Stromwirtschaft. Deshalb wird der Offshore-Strom etwa doppelt so teuer sein, wie der Strom aus Windanlagen an Land. Man rechnet aber damit, dass Offshore-Anlagen in Zukunft 15 % des Strombedarfs decken können.
In Deutschland lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung 2010 bei 16,5 % (1), wobei der Anteil der Windenergie allein etwa 6 % (2) betrug. Bei dieser Zahl ist der Eigenverbrauch der fossilen Kraftwerke noch nicht berücksichtigt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am durch die Kunden verbrauchten Strom liegt deshalb noch etwas höher. Die dadurch erreichte Primärenergieersparnis und damit auch der Anteil der ersparten Kohlendioxidemissionen ist auch größer, da vorwiegend sehr "schmutziger" Steinkohlestrom ersetzt wird. So sparten die Erneurbaren Energien bereits 2005 bei einem 10%igen Anteil an der Stromerzeugung 14% der Kohlendioxidemissionen.
© WW, www.Aachen-hat-Energie.de