
Bei der Geothermie unterscheidet man nach den in der Tiefe vorherrschenden Temperaturen
Liegen in der Tiefe wasserführende Schichten vor, so kann man das Wasser
über einen Schluckbrunnen in die Tiefe leiten und über einen zweiten
Brunnen ein Stück weiter wieder erwärmt fördern. Hat man im
Untergrund trockene Gesteine, so versucht man über mit Hochdruck
eingedrücktes Wasser Risse im Gestein zu erzeugen, um so die
Wärmeübertragungsflächen auf das kalt eingeleitete Wasser zu
vergrößern. Das Wasser aus der Tiefe ist oft stark mineralienhaltig,
so dass die Wärme über einen Wärmetauscher an sauberes Wasser
übertragen werden muss.
Im Sommer kann insbesondere in südlichen Ländern die Temperatur in
oberflächennahen Erdschichten auch zum Kühlen genutzt werden.
Für die direkte Nutzung der Erdwärme zum Heizen von Wohnungen eignen sich insbesondere Niedertemperaturheizungen wie Fußbodenheizungen. Meistens muss jedoch ein Wärmepumpe nachgeschaltet werden, um das erforderliche Temperaturniveau zu erreichen. Der Energieverbrauch einer solchen Heizung hängt dann vorwiegend vom Stromverbrauch der Umwälzpumpen und der Wärmepumpe ab.

Wärmepumpe
arbeitet ähnlich wie der Kompressor eines Kühlschranks, nur dass hier im Gegensatz
zum Kühlschrank die erzeugte Wärme genutzt wird. Die Wärmepumpe sollte
unter den gegebenen Randbedingungen eine Leitzahl von mindestens 3 haben, d.h. aus 1 kWh
elektrischer Energie 3 kWh Wärmeenergie erzeugen. Sonst ist wegen des schlechten
Wirkungsgrades der konventionellen Stromerzeugung mit der Verwendung einer elektrischen
Wärmepumpe keine Einsparung von Primärenergien verbunden.
Für größere Anlagen gibt es gasbetriebene Wärmepumpen, bei denen
der Wärmeverlust des Antriebs zusätzlich zum Heizen genutzt werden kann.Video dazu © Agentur für Erneuerbare Energien
Bei der Tiefengeothermie werden Sonden in 2000 - 3000 m Tiefe
gebohrt, um Wassertemperaturen über 100° zu erreichen. Damit lässt
sich dann wie in einem konventionellen Dampfkraftwerk auch Strom erzeugen.
Alternativ kann man mit Wasser knapp unter 100° ein Ammonika-Wasser-Gemisch
zum Verdampfen bringen, mit dem dann eine Dampfturbine betrieben wird
(
Kalina-Prozess,
analog der Betriebsweise eines Absorber-Kühlschranks).
Allerdings werden auch hier nur 12 - 15 % der geförderten Wärmeenergie in
elektrische Energie umgewandelt. Der Rest fällt als
Niedertemperaturwärme an, sodass sich Fernwärmenetze zur weiteren
Nutzung anbieten. Ein solches Kraftwerk wurde z.B. in
Neustadt-Glewe gebaut.
Im Bereich der Tiefengeothermie gab es 2005 nur etwa 30 Anlagen über 2 MW
Leistung. Hier ist es auch problematisch, dass jede Tiefbohrung mit hohen Kosten
verbunden ist, sich jedoch niemals genau vorhersagen lässt, ob sich die
erhofften Temperaturen und Wärmemengen ergeben.
Detailliertere Informationen unter
Geothermie
© WW, www.Aachen-hat-Energie.de